Karosserie-Dichtnähte nachbilden: Spray-Seal HS oder LS wählen
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Werksähnliche Dichtnähte entstehen nicht allein durch die Wahl der Kartusche. Materialtyp, Untergrund, Luftdruck, Düsenführung und Probefläche bestimmen, ob eine feine Struktur, eine verlaufende Fläche oder eine ausgeprägte Naht entsteht. Mit Spray-Seal HS und LS lässt sich der Aufbau an die Reparaturstelle anpassen.
Spray-Seal HS oder LS: Was ist der Unterschied?
Innotec Spray-Seal HS-m eignet sich für kräftigere, gröbere Strukturen und präzise Dichtnähte. Das standfestere Material bleibt stärker in der aufgetragenen Form. Innotec Spray-Seal LS-m verläuft stärker und eignet sich deshalb besonders für flächigere Karosseriestrukturen und weichere Übergänge. Bei beschädigten Kunststoffteilen ist dagegen die Vorgehensweise aus Kunststoff richtig reparieren die passendere Grundlage.
Welche Variante passt, hängt von der Originalstruktur, der Lage der Fläche und der benötigten Schichtstärke ab. Vor der Arbeit am Fahrzeug ist ein Muster auf einem Probeblech sinnvoll.
Werkzeug und Reiniger als abgestimmtes System
Für die Verarbeitung ist der Innotec Sealer Applicator F2 / SAM vorgesehen. An der Pistole lassen sich Materialmenge und Zerstäuberluft getrennt einstellen. Zur Endreinigung kann Innotec Multisol verwendet werden, sofern Untergrund und vorhandene Beschichtung verträglich sind. Liegt rund um die spätere Dichtnaht blankes Blech frei, erklärt Blankes Metall mit Zinc Coat schützen den vorgelagerten Korrosionsschutz.
Untergrund vorbereiten
- Alte lose Dichtmasse, Rost, Schmutz und nicht tragfähige Beschichtungen vollständig entfernen.
- Reparaturblech und Übergänge fachgerecht schleifen, grundieren und nach Systemvorgabe vorbereiten.
- Die Fläche muss trocken, sauber, staub- und fettfrei sein.
- Reiniger vollständig ablüften lassen und angrenzende Bereiche exakt abkleben.
- Material und Werkstück auf mindestens etwa +5 °C temperieren; die konkreten Herstellerangaben beachten.
Dichtnaht Schritt für Schritt nachbilden
- Kartusche vorbereiten: Spitze und Düse passend zur gewünschten Naht oder Struktur zuschneiden und sicher einsetzen.
- Pistole einstellen: Den Sealer Applicator anschließen. Innotec nennt für die Verarbeitung etwa 4 bis 5 bar Luftdruck.
- Probefläche spritzen: Zuerst auf einem Karton oder Probeblech Materialmenge, Luftanteil, Abstand und Bewegung abstimmen.
- Gleichmäßig führen: Düse mit konstantem Abstand und Tempo entlang der Naht bewegen. Anfang und Ende nicht punktuell überfüllen.
- Struktur vergleichen: Spritzbild mit dem Originalbereich abgleichen und die Einstellung nur in kleinen Schritten ändern.
- Überlackierung planen: Laut Hersteller ist eine Nass-in-Nass-Überlackierung nach ungefähr 30 Minuten möglich. Wird bei wasserbasierten Lacken länger als etwa vier Stunden gewartet, empfiehlt Innotec einen geeigneten Kunststoff-Haftvermittler. Lackaufbau vorab testen.
Typische Fehler vermeiden
- Falsche Materialvariante: Ein standfestes HS-Material und ein stärker verlaufendes LS-Material erzeugen unterschiedliche Oberflächen.
- Ohne Probefläche gestartet: Schon kleine Änderungen an Luft, Materialmenge und Abstand verändern das Spritzbild deutlich.
- Reststaub oder Fett: Verunreinigungen können Haftung und Lackierergebnis beeinträchtigen.
- Zu viel Material auf einmal: Dicke Stellen können verlaufen, einsacken oder langsamer überlackierbar sein.
- Zeitfenster ignoriert: Überlackierung immer auf das verwendete Dicht- und Lacksystem abstimmen.
Sicherheit und Qualitätskontrolle
Für ausreichende Lüftung sorgen, geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen und die aktuellen Produkt- und Sicherheitsdaten beachten. Nach dem Auftrag Nahtverlauf, Übergänge, Poren und vollständige Abdeckung prüfen. Erst nach der vorgesehenen Trocknung weiterbelasten oder weitere Schichten aufbauen.
Passendes System zusammenstellen: Je nach gewünschter Struktur Spray-Seal HS-m oder Spray-Seal LS-m wählen und mit dem Sealer Applicator F2 / SAM verarbeiten. Für andere Klebe- und Dichtaufgaben zeigt der Beitrag Adheseal richtig anwenden die passende Vorgehensweise; den Korrosionsschutz rund um Reparaturbleche behandelt Unterboden und Hohlräume vor Rost schützen. Weitere anwendungsnahe Themen stehen im Werkstattwissen.
Produktdaten und Verarbeitungshinweise wurden im Oktober 2026 anhand der Angaben von Innotec Österreich geprüft. Maßgeblich bleiben die aktuellen Produktinformationen, das Etikett und das Sicherheitsdatenblatt.